
Meine Partnerin macht Stress, weil ich Pornos schaue. Ist das wirklich so schlimm? Wie kann ich meiner Partnerin zeigen, dass ich sie liebe obwohl ich Pornos gucke?
Was kann ich machen um weniger Pornos zu gucken? Pornokonsum: so nutzt Du Pornos, dass sie etwas FÜR Dich tun – zielführender Konsum von erregenden Filmchen.
Seit es das Internet gibt, sind pornografische Inhalte sehr leicht zugänglich geworden. Davor war es schwieriger und aufwändiger, an Pornos zu kommen.
Da musste man in die Videothek und sich zumindest vor dem Mitarbeiter outen, welche Art von Pornos es einem angetan haben. Gekaufte Videocassetten mit Pornos wurden in andere, harmlose Hüllen gesteckt, damit nicht jeder Besucher und erst recht jede Besucherin sofort in der Videosammlung die pikanten Filmchen entdecken konnte.
Zudem wurde dann ein und derselbe Film immer und immer wieder geguckt – teilweise gab es sogar eine Handlung! (“Warum liegt da Stroh?”)
Heute gibt es tagesaktuell immer frischen pornografischen Content, jede Menge kurze Clips zum Durchklicken. Genau das ist für viele Männer ein wirkliches Problem geworden. Immer wieder berichten auch meine Klienten, dass sie zuviel Pornos konsumieren und dass dies verschiedene Probleme mit sich bringt.
Dass eine Partnerin, wenn vorhanden, nach Kenntnis des Konsums not amused ist, ist ein Teil des Problems. Aber als größeres Problem empfinden die meisten Männer folgende Punkte:
● Gefühl der Abhängigkeit, craving nach Porno-Konsum
● Erektionsprobleme/ weniger Lust bei “echtem Sex” mit “echten Frauen”/ der Partnerin
● Müdigkeit/ sich ausgelaugt fühlen
● mangelnde Motivation/ Energie/Drive die eigenen Ziele zu verfolgen
● Schamgefühl
● abgestumpftes Gefühl, immer stärkerer Reiz nötig, um Erregung zu erreichen
Folgende Punkte untermauern und erklären diese Eindrücke:
Der männliche Körper schüttet bei einem Orgasmus das Hormon Prolaktin aus.
Prolaktin wird in der Hypophyse gebildet und macht Männer kurzfristig sehr müde!
Zuviel Prolaktin führt bei Männern sogar zu Libidoverlust und Erektionsstörungen.
Was kannst Du also konkret tun, um aktiv der Versuchung der schnellen Stimulation durch Pornokonsum zu widerstehen und trotzdem (bzw. erst recht) Entspannung/ Kurzweil/ Motivation bekommen?
Nutze Pornos nur, um Dir einen gewissen Kick zu verschaffen. Und – Achtung, jetzt wird es tricky: OHNE zu masturbieren, also OHNE Orgasmus.
Oha. Ja, das ist schwierig. Aber machbar.
Deine Vorteile:
● Du hast den Dopamin-Kick durch die Ablenkung, das Interessante, das Neue. Inspiration, Lustgewinn.
● Du baust Testosteron AUF und nicht ab.
● Du vermeidest die Prolaktin-Ausschüttung, die Dich kurzfristig sehr müde und dauerhaft lustlos macht.
● Du steigerst über den Tag Deine Lust und kannst Dich auf eine echte sexuelle Begegnung freuen (oder eine gesundheitsförderliche Masturbation am Abend.)
● Du kannst die (eventuell vorhandene) Scham verringern. Du guckst nur ein bisschen was Interessantes zur Inspiration, erhöhst bewusst Dein Testosteron und handelst dementsprechend männlich und zielorientiert. Muss man(n) sich dafür schämen? Nein 🙂
Wenn Du Pornos konsumieren möchtest und eine Partnerin hast, ist es allerdings wichtig, dass euer Sexleben (insbesondere für sie) befriedigend ist. Du kannst versuchen, das ein oder andere, was Du im Porno siehst zu nutzen, um IHRE Lust zu steigern. Hier kannst Du Dir übrigens viel von Lesben abgucken. Sie wissen in der Regel gut, welche Art von Stimulation und Berührung einer Frau gefällt.
Damit trägst Du dazu bei, dass sowohl ihr Östrogenspiegel steigt, als auch das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet wird. Beides ist förderlich für ihr Wohlbefinden und eure Bindung. Happy wife, happy life!
Wenn Du Single bist, kannst Du die Anregung durch Pornokonsum (aber no fap!) dafür nutzen, um erfüllende sexuelle Begegnungen mit Deinen Dates zu haben.
Alternativ: nur abends fappen, ob mit oder ohne Porno.
Abends nützt Dir eine Portion Prolaktin, damit Du gut einschlafen kannst.
Folgende Punkte sprechen aber auch GEGEN Pornokonsum:
Denn bevor Du jetzt fröhlich Deine Lieblings-Pornoseite aufrufst, ist noch folgendes zu beachten:
1. Die starke optische Stimulation in Pornos durch immer neue Frauen, die sich nackt und sexy zeigen und in der Regel auch optisch starke Reize haben, kann tatsächlich dazu führen, dass Du die Optik Deiner Partnerin bzw. “normalen” Frauen als weniger stimulierend wahrnimmst.
2. Du konditionierst Dein Gehirn durch Dopamin-Ausschüttung auf Porno, so dass Dein Gehirn ein craving nach der Dopamin-Stimulation entwickelt. Ähnlich wie bei Zucker oder auch bei Nikotin – das Konsumieren allein führt dazu, den Schmacht danach zu bewirken. Einen Schmacht, den Du sonst nicht hättest!
3. Pornokonsum ist Voyeurismus. Du hast also persönlich als Mann nichts, aber auch gar nichts dazu beigetragen, dass Du diese Frau im Porno angucken kannst. Dementsprechend hast Du nicht die motivierende und wohlige Testosteronausschüttung, die Du HÄTTEST, wenn Du es geschafft hast, die Frau ins Bett zu bekommen.
Dir fehlt also die Interaktion mit der Frau. Diese ist zwar herausfordernd, aber eben genau deshalb erhöht sie Dein Testosteron. Auch bei der eigenen Partnerin und sogar, wenn Du nicht erfolgreich warst!
Die Fähigkeit zu haben, eine Frau von sich zu überzeugen und überhaupt im Umgang mit Frauen im Laufe des Lebens immer erfahrener und selbstsicherer zu werden – das gehört sicherlich zu den Erfahrungen im Leben eines Mannes, die besonders die männliche Selbstsicherheit und das männliche Selbstwertgefühl steigern und festigen.
Übe Dich in dieser Kunst! Lass Dich von anderen Männern inspirieren oder auch von männlichen Vorbildern in Filmen oder Serien. Finde Deinen eigenen Stil, bau ihn aus und perfektioniere ihn. Jeden Tag.
Mach Dir zum Ziel, Dich selbst gut zu finden als Mann. Es ist extrem wichtig für Dein Wohlbefinden, ob Du mit Deinem Männlichen Ich zufrieden bist oder nicht.
Warum ist Testosteron wichtig?
Dr. John Gray, der Autor diverser Beziehungsratgeber (wie zB. der Klassiker “Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus”) sagt, dass Männer (entgegen der landläufigen Meinung) viel Testosteron brauchen, um sich gut zu fühlen und den nötigen Drive zu haben, die eigenen Ziele zu verfolgen.
Und jetzt kommt eine gute Nachricht:
Vieles, was sich für Dich gut anfühlt, lässt Deinen Testo-Spiegel (laut Dr. Gray) ansteigen:
Zum Beispiel mit Frauen flirten – erst recht mit der eigenen Partnerin. Flirten heißt:
aufmerksam auf sie bezogen sein, sie angucken, anlächeln, sie positiv spiegeln, vielleicht ein bisschen aufziehen, ein bisschen ärgern, aber mit dem Ziel, ihr nah zu sein.
Auch förderlich für die Testosteronausschüttung ist, wenn Männer sich mit anderen Männern umgeben – also auf zum Männerabend! Am besten verbunden mit Sport.
Perfekte Kombi!
Du bildest auch Testosteron, wenn Du arbeitest und Geld verdienst, Du für Menschen hilfreich bist, Du Verantwortung übernimmst.
Viele Männer sind zu der Überzeugung gekommen, dass Porno-Konsum sie schwächt und nicht gut für sie ist.
Vielleicht ist die “No fap” – Idee eine Inspiration für dich. Viele Männer, die das ausprobiert haben, berichten von einer deutlichen Verbesserung ihres Wohlbefindens und ihrer Energie/ Motivation, seit sie aufgehört haben, Pornos zu konsumieren und dabei zu masturbieren.
Erzeuge deinen eigenen Porno im Kopf – von echten Erlebnissen!
Erhöhe Deine Aufmerksamkeit beim Sex, um Dir die Situation gut merken zu können. Licht an! Sei Dir bewusst über Deine Performance, Deinen Part in der Situation. Versuch der Mann zu sein, der Du sein willst und genieße Deine Performance, genieße Dein Mann-sein.
Liebe Grüße
Deine Chin-Ying
P.S. Im nächsten Loveletter geht es um gemeinsame Freunde von Paaren und die Probleme, die dadurch entstehen können.
